PM Bildungsaktivist deutscher Schulen in Mongolei auf Befehl Erdogans entführt

Berlin 27. Juli 2018

+++ Dringend +++
Bildungsaktivist deutscher Schulen in Mongolei auf Befehl Erdogans entführt

In der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator wurde laut Augenzeugenberichten und Aufnahmen von Sicherheitskameras der Geschäftsführer deutscher Privatschulen vor seinem Wohnsitz entführt. Dahinter soll der türkische Geheimdienst MIT stehen.

Berlin. Am Freitag, den 27. Juli 2018 um 9 Uhr Ortszeit hat Herr Veysel Akcay seinen Wohnsitz in Richtung seines Arbeitsplatzes verlassen. Laut Augenzeugenberichten und Aufnahmen von Sicherheitskameras (CCTV) wurde er dort von einem Minibus angehalten und von mehreren Personen entführt. Es besteht dringender Tatverdacht, dass die Entführer für den türkischen Geheimdienst MIT arbeiten. Derzeit steht ein Flugzeug mit der Kennung TT4010 bereit, welches bereits bei vorherigen Entführungen genutzt wurde und in weniger als 2 Stunden starten soll.

Herr Akcays Ehefrau und seine KollegInnen haben seit der Entführung die lokalen Sicherheitsbehörden und den nationalen Geheimdienst kontaktiert. Diese haben laut eigener Aussage keinerlei Informationen zu der Entführung oder einer damit verbundenen Deportation.

– Herr Veysel Akcay ist türkischer Staatsbürger und lebt seit über 24 Jahren in der Mongolei. Seine Ehefrau ist Frau Meryem Akcay; sie haben vier Kinder. Herr Akcay ist Geschäftsführer der Empathy Worldwide Educational Institution.

– Empathy Worldwide Educational Institutions betreiben seit über 25 Jahren Bildungsangebote in der Mongolei. Derzeit sind es vier weiterführende Schulen, eine internationale Schule, eine Kindertagesstätte. Die Institutionen wurden von Menschen aus Hizmet (Gülen-Bewegung) gegründet. Die Betreiber der Schulen ist die deutsche EWE Empathy Worldwide Education GmbH.

Wir sind über das Schicksal von Herrn Veysel Akcay sehr besorgt. Es besteht eine unmittelbare Gefahr der Deportation bevor. Am Flughafen Ulan Bator steht ein türkisches Flugzeug bereit, dass in weniger als 2 Stunden in die Türkei starten soll.

Hintergrund:
Diese Entführung ist ein weiterer Schritt der weltweiten Verfolgung, die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich befohlen wurde. Unverhohlen verkündete dieser, dass kein Land der Welt für die Menschen von Hizmet sicher sei, und gelobte, sie überall zu verfolgen. Seine Propagandisten haben sogar vorgeschlagen, Kritiker im Ausland zu ermorden und zu entführen sowie Kopfgeld auf sie anzusetzen. Bereits in mehreren Staaten (Malaysia, Pakistan, Afghanistan, Pakistan, Kosovo, Ukraine und Gabun hier klicken) haben sich ähnliche Entführungen ereignet.

Jegliches Bemühen Herr Veysel Akcay gewaltsam aus der Mongolei in ein Land, in dem ihm Folter, Misshandlungen und eine Gefahr für sein Leben drohen, zu deportieren verstößt gegen mongolisches Recht und internationales Recht. Insbesondere verstößt die Deportation gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung und Strafe, das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen.

Als Stiftung Dialog und Bildung rufen wir aus Sorge um Veysel Akcays körperliche Unversehrtheit und Leben auf, dass:

1. Alle relevanten Parteien, Menschenrechtsorganisationen und Einzelpersonen die mongolische Führung kontaktieren und diese zur Einhaltung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit auffordern.

2. Alle relevanten Parteien sollen die mongolische Führung ermutigen, offiziell über die Beteiligung türkischer Geheimdienstagenten an einer Operation zu protestieren, die die Souveränität der mongolischen Bevölkerung auf mongolischem Boden verletzt.

3. Alle relevanten Parteien erklären, dass solche Entführungen und außergerichtliche Deportationen von ausländischen Staatsbürgern in jeder rechtlichen Norm inakzeptabel sind und dass die Wiederholung solcher Versuche durch den türkischen Geheimdienst und die Zusammenarbeit mit ihnen durch den lokalen Staatsapparat nicht ungestraft bleiben wird.

Die inhaftierte Person könnte unverhältnismäßiger Verhörungsmaßnahmen unterzogen werden und erwarte im Falle einer Auslieferung kein gerechtes Verfahren in der Türkei. Ihm droht sogar Folter.

Die Türkei ist für (angebliche) Gülen-/Hizmet-nahe Menschen kein sicheres Land. Diverse internationale Organisationen (hier klicken), darunter auch das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte (hier klicken), haben mehrfach über Folter und Misshandlungen in türkischen Gefängnissen berichtet.
Unter diesen Umständen besteht eine äußerste Dringlichkeit und Notwendigkeit, dass die Staaten der EU, die Mitglieder des europäischen Parlaments und alle Menschenrechtsorganisationen ihre Besorgnis über die Festnahme und die mögliche Auslieferung in die Türkei zum Ausdruck bringen.

Die Stiftung Dialog und Bildung veröffentlichte erst kürzlich einen Bericht, der die systematische Verfolgung von Hizmet-Engagierten in der Welt dokumentierte. Auch in Deutschland ist der türkische Geheimdienst MIT aktiv.

PM zum 34. Deutschen Islamforum – Deutsch-Türkische Moscheen auf Erdogan-Kurs?

18.04.2018 | Pressemitteilung | 34. Deutsches Islamforum | Ercan Karakoyun

 

Wer gehört zum Islam in Deutschland?
Erdogan-Kritiker aus Islamforum rausgeworfen

Hamidiye-Moschee in Frankfurt erweist sich als
Handlanger des türkischen Präsidenten und sät Zwietracht

Berlin. Türkische Politik auf deutschem Boden? Islamexperten, Muslimische Verbände, Vertreter des Innenministeriums von NRW, der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche Deutschland und der Universität Frankfurt sowie viele weitere Anwesende wurden gestern Zeugen, wie ausgerechnet beim Deutschen Islamforum plötzlich feindselige Stimmung verbreitet wurde:

DITIB-Vertreter Bekir Alboga erfuhr, dass der Vorsitzende der Gülen-nahen Stiftung Dialog und Bildung, Ercan Karakoyun, anwesend war und weigerte sich, an der Veranstaltung teilzunehmen. Daraufhin forderte der Gastgeber, die Hamidiye-Moschee in Frankfurt Herrn Karakoyun dazu auf, die Moschee zu verlassen. Auch Hüseyin Kurt, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Türkischer Moscheevereine in Frankfurt, störte sich offenbar an der Teilnahme von Mitgliedern der deutschen Hizmet-Bewegung. Daraufhin verließ auch Kadir Boyaci, der Koordinator des Gülen nahen Bund Deutscher Dialog Institutionen die Moschee.

Karakoyun und Boyaci wollten als geladene und angemeldete Gäste an dem zivilgesellschaftlichen Austausch partizipieren, verließen dann aber die Veranstaltung, um Konflikte zu vermeiden. Viele TeilnehmerInnen wie z.B. die Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam an der Universität Frankfurt, Susanne Schröter, haben sich über den Rauswurf von Karakoyun und Boyaci beschwert.

Dass jetzt derart unverhohlen öffentlich gegen Hizmet vorgegangen wird, ist eine neue Eskalationsstufe der Bedrohung in Deutschland. „Ziel des Deutschen Islamforums ist es, über Integration zu reden und das Miteinander zu verbessern. Das klingt wie Hohn angesichts der heutigen Ereignisse“, bedauert Karakoyun. Statt über Islam, Integration und zivilgesellschaftliches Engagement zu reden, zögen manche leider die Hass- und Zwietrachtsrhetorik Erdogans vor. „Das ist enttäuschend für Deutschland – besonders für deutsche Muslime.“

Die Vertreter der deutschen Politik sollten sich gewarnt fühlen: „Wer sich nicht für das Miteinander in Deutschland und die Herausforderungen unserer Gesellschaft einsetzt, sondern Interessevertreter für Erdogan spielt, kann nicht als Ansprechpartner für die Muslime in Deutschland gesehen werden.“

Hintergrund:
Seit Jahren attackiert der türkische Präsident die Gülen-Bewegung und beschuldigt sie – nach wie vor ohne jeden Beweis – des Terrorismus und verfolgt die Anhänger durch Enteignung, Verfolgung, Verhaftung und Ausgrenzung. Jetzt offenbar auch immer offensiver in Deutschland.

In den letzten Wochen rühmte sich der stellvertretende türkische Premier, dass man in 18 Ländern über 80 Gegner des Regimes, überwiegend Gülen-Anhänger, verhaftet und in die Türkei verfrachtet habe. Zuletzt waren sechs Lehrer im Kosovo vom Geheimdienst entführt und gegen internationalen Protest in die Türkei verschleppt worden. Entführungen nach Mafia-Manier fürchten inzwischen auch Regimekritiker in Deutschland.

Das Deutsche Islamforum fand zum 34. Mal statt und soll eigentlich dem zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen Muslimen und anderen gesellschaftlichen Gruppen dienen. Das Islamforum ist ein Projekt des Abrahamischen Forum und wird von Dr. Jürgen Micksch organisiert. Die Dialoge im Deutschen Islamforum beabsichtigen, im islamischen Bereich die dialogbereiten Persönlichkeiten und Gruppierungen zu fördern.

PM „Schützt alle in Deutschland lebenden (Deutsch-) Türken vor Verfolgung und Repression!“

Berlin 13. Dezember 2017

„Schützt alle in Deutschland lebenden
(Deutsch-) Türken vor Verfolgung und Repression!“

Durch Erdogans Hexenjagd stehen deutsche Bildungsangebote vor dem Aus. Berliner Stiftung Dialog und Bildung bittet deutsche Bundesregie-rung um mehr Unterstützung.

Berlin.Die in Berlin ansässige Stiftung Dialog und Bildung präsentierte heute mit Nachdruck einen Maßnahmenkatalog für die deutsche Bundesregierung.

Als Stiftung Dialog und Bildung bitten wir die Deutsche Bundesregierung endlich folgende Maßnahmen zu ergreifen:

– ein Verbot der diskriminierenden Verfolgung von Angehörigen der Hizmet-Bewegung in der Türkei und in Deutschland,

– den Schutz aller verfolgten Menschen in der Türkei, ob mit oder ohne Verbindung zur Hizmet-Bewegung,

– eine internationale, unabhängige Kommission, die die Ereignisse vor, während und nach dem 15.07.16 in der Türkei untersucht,

– eine öffentliche Zurückweisung der Kollektivschuldzuweisungen sei-tens der AKP-Regierung, der Oppositionsparteien und türkischer Medien,

– die Anwendung von Rechtsstaatlichkeit und der menschenrechtlich verbrieften Unschuldsvermutung (Artikel 14 Abs. 2 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen) in der Türkei zu gewährleisten,

– intensive diplomatische Aktivitäten Deutschlands gemeinsam mit al-len anderen EU-Staaten, um die menschenverachtenden Zustände in der Türkei sofort zu beenden und

– öffentliche Solidaritätserklärung sowie Schutz deutscher Hizmet-Aktivitäten vor Repressalien und Verfolgung.

Hintergrund:

Seit dem Putschversuch in der Türkei am 15./16. Juli 2016 ist ein Jahr vergan-gen. Noch immer sind Urheber und Hintergründe der Ereignisse ungeklärt. Es gibt Anschuldigungen, aber keine Beweise. Es gibt Verhaftungen, aber keine rechtsstaatlichen Verfahren. Dem Regierungsnarrativ vom „gescheiterten Putsch“ werden die Narrative vom „kontrollierten“ und „inszenierten Putsch“ entgegengehalten.

Was aber seitdem Realität ist: zahlreiche Grundrechte sind außer Kraft gesetzt, ob Presse- und Meinungsfreiheit, Versammlungsrechte, Wissenschaftsfreiheit und das Recht auf Eigentum. Mit Rechtlosigkeit, Sippenhaft und Unterdrückung zeigt die Türkei zunehmend Züge einer Diktatur.

„Erdogans Verfolgung und Diffamierung von Andersdenkenden, insbesondere der Hizmet-Engagierten, zeigt auch in Deutschland massiv Wirkung“, beschreibt Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung in Berlin, die Situation von circa fünfzigtausend Hizmet-Engagierten in Deutschland, deren Vereine und Bildungsangebote vielerorts vor dem Aus stehen.

Dabei leistet die Bewegung schon über Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit für Bil-dung, Völkerverständigung, interreligiösen Dialog und Integration in Deutsch-land und ist politisch anerkannt und wissenschaftlich hochgelobt. Deswegen appelliert Ercan Karakoyun an die Bundesregierung: „In dieser schweren Zeit brauchen wir Solidarität und Hilfe!“

Der lange Arm Erdogans sei überall zu spüren: Viele AKP-nahe Vereine und Verbände, regierungstreue türkische Medien und Einzelpersonen setzen Erdo-gans Desinformationsstrategie auch hierzulande um, indem sie seinem offenen Aufruf zu Denunziation und Spionage folgen. Sie transportieren den Hass nach Deutschland: Geschäfte und Vereine werden boykottiert, Familien entzweit, immer wieder auch Morddrohungen ausgesprochen.

Deutsche Staatsangehörige, die sich in hizmet-nahen Bildungs- oder Kulturein-richtungen engagieren, können weder in die Türkei, noch in mit der Türkei kol-laborierende Staaten reisen – aus Angst vor Verhaftung und Folter. „Das dürfen Sie nicht länger dulden, Frau Merkel!“, ruft Ercan Karakoyun die Bundeskanzle-rin zum Handeln auf.

ErdogansPutsch

Stellungnahme: Ein Jahr Erdogans Putsch

15.07.2017 | Stellungnahme | Erdogans Putsch | Fethullah Gülen

Der 15. Juli wird als ein tragischer Tag in die türkische Geschichte eingehen. Es ist der Tag des verächtlichen Putschversuchs, an dem Hunderte unserer Mitbürger ihr Leben verloren und Tausende verletzt wurden. Ich nehme den Jahrestag als Anlass, um dieses grausame Unterfangen und die verursachenden Täter erneut zu verurteilen sowie den Angehörigen, die bei diesem schmerzlichen Geschehnis ihre Verwandten und Nahestehenden verloren haben, mein Beileid zu bekunden.

Leider mussten wir mit ansehen, wie die Leben von zehntausenden Unschuldigen nach den schändlichen Vorfällen zerstört wurden. Auf Anordnung der Regierung wurden Menschen rechtswidrig entlassen, in Gewahrsam genommen, verhaftet und sogar gefoltert. Nach wie vor wird jeder, der als illoyal gegenüber Recep Tayyip Erdogan und dem Regime scheint, von der Regierung mittels einer beispiellosen Hexenjagd seiner fundamentalen Menschrechte beraubt und verliert damit jegliche wirtschaftliche und soziale Lebensgrundlage.

Mit großer Betroffenheit musste ich im vergangenen Jahr erleben, wie die Regierung zehntausende Mitbürger in der einen oder anderen Weise mit mir sowie der Hizmet-Bewegung in Verbindung gebracht und die zugewiesene Verbindung als eine Straftat dargestellt hat. Die Beschuldigungen gegen mich bezüglich des Putschversuchs sind völlig haltlos und Ausdruck einer politisch motivierten Verleumdung. In punkto Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundfreiheiten wird die Türkei zunehmend zu einem der repressivsten Staaten der Erde, nicht zuletzt aufgrund des rechtswidrigen Umgangs der Regierung mit seinen unschuldigen Bürgern. Erneut rufe ich dazu auf, eine unabhängige und internationale Untersuchungskommission ins Leben zu rufen. Diese Kommission sollte die Geschehnisse rund um den 15. Juli aufarbeiten und die Schuldigen der Justiz übergeben. Falls die Kommission gegen mich urteilen sollte, bin ich nach wie vor bereit, in mein Land zurückzukehren.

Die türkische Regierung vertuscht, dass Staatschefs von den gegen mich gerichteten Beschuldigungen nicht überzeugt werden konnten. Stattdessen werden Mitbürger  durch von Medienpropaganda verbreiteten Verschwörungstheorien irregeleitet. Tragischerweise ist das türkische Volk von der Informationsfreiheit abgeschnitten und wird mit Hassbotschaften mobilisiert. Im 20. Jahrhundert haben totalitäre faschistische und kommunistische Regimes bestimmte Gruppen als Sündenböcke stigmatisiert und verfolgt. Bisher haben nur wenige bemerkt, dass Hizmet-Engagierte in sehr ähnlicher Weise zum Sündenbock gemacht werden.

Demokratie kann nicht mittels Gewalt erlangt oder beschützt werden. Selbst wenn politische Führer die Grundrechte ihrer Bürger verletzen und Tyrannei ausüben, dürfen sie nicht durch undemokratische Maßnahmen gestürzt werden. Obwohl die Anzahl der Opfer sowie die erlittene Unterdrückung eine in der türkischen Geschichte nie dagewesene Dimension erreicht hat, hat sich kein Hizmet-Engagierter der Gewalt bedient. Trotz allem bemühen sie sich, ihre Rechte weiterhin auf friedlichem Wege einzufordern. Falls manche vor dem Hintergrund dieser Tatsachen immer noch an der Rechtstreue dieser Menschen sowie deren Verbundenheit zu Frieden und Eintracht zweifeln, kann dies nur mit einer Verblendung durch Vorurteile begründet werden.

Meine Hoffnung ist, dass die türkischen Intellektuellen ihre Stimme erheben und sich mit allen Opfern der Unterdrückung solidarisieren. Die Justiz sollte, ungeachtet des politischen Drucks, keinesfalls von universellen Rechtsprinzipien abrücken. Möge Gott, der Allerbarmer und Allbarmherzige, uns schnellstmöglich aus dieser dunklen Zeit führen und Tage des Friedens und der Geborgenheit über dieses segensreiche Land bringen.

PM: Ein Jahr Erdogans Putsch – Forderungskatalog an die deutsche Bundesregierung

Berlin 13. Juli 2017

„Sie dürfen Erdogans Hexenjagd nicht länger dulden, Frau Merkel!“

Forderungskatalog der Berliner Stiftung Dialog und Bildung an die deutsche Bundesregierung. Anlass: Jahrestag des türkischen Putschversuchs. Auch deutsche Staatsbürger leben in Angst vor Repression und Verfolgung.

Berlin.Die in Berlin ansässige Stiftung Dialog und Bildung präsentiert zum Jahrestag des türkischen Putsches einen Forderungskatalog an die deutsche Bundesregierung.

Als Stiftung Dialog und Bildung fordern wir

– ein Verbot der diskriminierenden Verfolgung von Angehörigen der Hizmet-Bewegung in der Türkei und in Deutschland,

– den Schutz aller verfolgten Menschen in der Türkei, ob mit oder ohne Verbindung zur Hizmet-Bewegung,

– eine internationale, unabhängige Kommission, die die Ereignisse vor, während und nach dem 15.07.16 in der Türkei untersucht,

– eine öffentliche Zurückweisung der Kollektivschuldzuweisungen seitens der AKP-Regierung, der Oppositionsparteien und türkischer Medien

– die Anwendung von Rechtsstaatlichkeit und der menschenrechtlich verbrieften ,Unschuldsvermutung’ (Artikel 14 Abs.2 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen) auch in Deutschland und

– intensive diplomatische Aktivitäten Deutschlands gemeinsam mit allen anderen EU-Staaten, um die menschenverachtenden Zustände in der Türkei sofort zu beenden.

Hintergrund:

Seit dem Putschversuch in der Türkei am 15./16. Juli 2016 ist ein Jahr vergangen. Noch immer sind Urheber und Hintergründe der Ereignisse ungeklärt. Es gibt Anschuldigungen, aber keine Beweise. Es gibt Verhaftungen, aber keine rechtsstaatlichen Verfahren. Dem Regierungsnarrativ vom „gescheiterten Putsch“, werden die Narrative vom „kontrollierten“ und „inszenierten Putsch“ entgegen gehalten.

In jedem Fall hat Präsident Erdogan, der die Putschnacht als ein „Geschenk Gottes“ bezeichnete, das Land inzwischen gründlich umgekrempelt. Experten sprechen von einem „zivilen Gegenputsch“. Erdogan habe die Ereignisse genutzt, um ein Ein-Mann-Regime aufzubauen. Zahlreiche Grundrechte sind außer Kraft gesetzt, ob Presse- und Meinungsfreiheit, Versammlungsrechte oder die Freiheit von Wissenschaft und Unternehmertum. Mit Rechtlosigkeit, Sippenhaft und Unterdrückung zeigt die Türkei zunehmend Züge einer Diktatur.

„Erdogans Verfolgung von Andersdenkenden, insbesondere der Hizmet-Engagierten erreicht genozidartige Züge“, beschreibt Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung in Berlin, die Situation von hunderttausenden Türken, die derzeit mit fadenscheinigen Argumenten unter Terrorverdacht stehen. Polizisten, Richter, Staatsanwälte, Lehrer und Professoren werden aus dem Staatsdienst entlassen. Journalisten, Manager und Angestellte verlieren ihre Arbeitsplätze, weil ihre Unternehmen enteignet und geschlossen werden. Über 10 Milliarden Euro hat sich der türkische Staat auf diese Weise aus Privatbesitz einverleibt. Immer mehr türkische Bürger beantragen inzwischen in anderen Ländern Asyl. Doch die Hexenjagd endet nicht an türkischen Grenzen.

Auch in Deutschland ist der lange Arm Erdogans zu spüren: Viele AKP-nahe Vereine und Verbände, regierungstreue türkische Medien und Einzelpersonen setzen Erdogans Desinformationsstrategie auch hierzulande um, indem sie seinem offenen Aufruf zu Denunziation und Spionage folgen. Sie transportieren den Hass nach Deutschland: Geschäfte werden boykottiert, Morddrohungen ausgesprochen, Familien entzweit.

Deutsche Staatsbürger, die sich in hizmetnahen Bildungs- oder Kultureinrichtungen engagieren, können weder in die Türkei, noch in mit der Türkei kollaborierende Staaten reisen – aus Angst vor Verhaftung und Folter. „Das dürfen Sie nicht länger dulden, Frau Merkel!“ fordert Ercan Karakoyun die Bundeskanzlerin zum Handeln auf.

PM: Hizmet hat nichts mit dem Moscheeprojekt von Seyran Ates zu tun!

Berlin 19. Juni 2017

Seyran Ateş eröffnet Moschee – Ercan Karakoyun erhält deswegen Morddrohungen

Berlin. Ein „Skandal“ und „einer der größten Verrate in der Geschichte der Türkei“, wetterte AHaber TV zur besten Sendezeit am Freitagabend. Anlass der Empörung ist die Gründung der „Ibn Rushd-Goethe-Moschee“ in Berlin.

Auch deutsche Medien hatten dieses Ereignis mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, als Seyran Ates ihre liberale Moschee in Berlin-Moabit eröffnete. Die in der muslimischen Gesellschaft umstrittene Diskussionen dazu nahmen türkische Medien zum Anlass, um eine Hetzkampagne zu starten und das Projekt Hizmet (sog. Gülen-Bewegung) anzulasten. Dadurch hat sich die Bedrohungslage erneut verschärft.

„Hizmet hat nichts mit dem Projekt zu tun“

Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung (Ansprechpartner für die Werte Hizmets in Deutschland), stellt eindeutig klar:

„Hizmet hat nichts dem Projekt von Seyran Ateş zu tun. Weder die Stiftung noch irgendeine Hizmet-Einrichtung sind daran beteiligt – auch ich persönlich in keinster Weise. Diese Moschee entspricht nicht unserer Vorstellung des Islams. In einer pluralistischen Gesellschaft tolerieren wir selbstverständlich auch so ein Vorhaben.“

Für AHaber TV aber ist Ateş‘ Projekt ein deutlicher Beweis, dass in Deutschland „türkeifeindliche Terroristen und Ketzer frei agieren können“, „Berlin zeigt hier sein hässliches Fetö-Gesicht“, stellt der Vier-Minuten-Beitrag schon nach Sekunden den für türkische Ohren dramatischen Zusammenhang her („Fetö“ ist ein von der türkischen Regierung erfundenes diffamierendes Kürzel für die türkischstämmige Bildungs- und Dialogbewegung Hizmet). Als Beweis dient eine Handyaufnahme von Seyran Ateş und dem Freiburger Islamwissen-schaftler Abdel-Hakim Ourghi, welcher fälschlicherweise als Ercan Karakoyun benannt wird.

Aufruf zur Selbstjustiz – Auftakt einer gezielten Hetzjagd

Erdogan forderte bereits Tage zuvor alle Türken auf, Hizmet Menschen die richtige Strafe selbst zu geben. Ein fataler Aufruf zu Gewalt und Selbstjustiz. Offensichtlich ist der AHaber TV-Beitrag Auftakt einer gezielten Hetzjagd gegen die Bildungsbewegung Hizmet und Ercan Karakoyun. Am Wochenende folgten zahlreiche türkische Zeitungen dem Vorbild und stellten eine Verbindung zwischen Hizmet und der Moschee von Seyran Ateş her. Eine Verbindung, die frei erfunden ist. Die türkischen Boulevardblätter Sabah und Star beschuldigen allesamt gleichlautend Ercan Karakoyun, als „Pressesprecher die staatlichen Imame des DIYANET/DITIB zu diffamieren und zugleich ein ketzerisches Projekt zu unterstützen“. Diese Medien werden auch von der türkischsprachigen Bevölkerung in Deutschland gelesen. Doch die Hetze gibt es zeitgleich auf Deutsch: Der deutsche Journalist Martin Lejeune, inzwischen zum Islam konvertiert und bekennender Erdogan-Anhänger, wettert öffentlich gegen die Ateş-Moschee, eine „Entislamisierung des Islam“ und fordert DITIB auf, endlich etwas gegen „Fetö“ zu unternehmen: „Das muss gestoppt werden! Man muss etwas dagegen tun!“

Morddrohung im Live-TV

Richtig Klartext redete letzte Woche der bekannte Journalist Cem Kücük, mit einer Viertelmillion Followern auf Twitter und Facebook durchaus ein Gewicht in der türkischsprachigen Community. In einem lockeren Fernsehinterview verwies er darauf, dass der türkische Geheimdienst MIT die Befugnis habe, im Ausland „Operationen“, also auch Entführungen und Morde, durchzuführen. Es gebe im Ausland viele Menschen, die bereit seien, sich zu opfern: „Wir wissen, wo die Mitglieder leben.“

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Beileidsbekundung: Fethullah Gülen verurteilt das Attentat in Manchester

23. Mai 2017 | Fethullah Gülen | Beileidsbekundung | Manchester (GB)

Fethullah Gülen verurteilt das Attentat in Manchester

Ich bin zutiefst betrübt über das Bombenattentat auf das Konzert in der Manchester Arena am 22. Mai 2017. Ich verurteile diesen brutalen Angriff aufs Allerschärfste und spreche den 22 Opfern, unter denen sich auch Kinder befanden, und den 59 Verletzten sowie ihren Familien und Angehörigen mein tiefstes Beileid aus. Der IS (Islamischer Staat) beansprucht Urheberschaft für diesen Anschlag und bleibt weiterhin eine Geißel unserer Gesellschaft, die zu sinnloser und schrecklicher Gewalt sowie Terrorismus aufruft.

Es ist herzzerbrechend, dass ein Konzert, welches als fröhliches Event Menschen zum Genießen von Musik und Freundschaft zusammenbringt, in eine Szenerie der Gewalt, des Chaos und des Terrors verfällt. Wie ich bereits mehrfach betonte ist jeder Anschlag auf die Unverletzlichkeit des Menschenlebens ein Angriff auf die Menschlichkeit. Es gibt keine Rechtfertigung für solch eine Gräueltat. Ich werde weiterhin ohne zu zögern jede Gewaltverherrlichung anprangern – sei sie religiös, politisch oder ideologisch motiviert.

So verstört ich auch von dieser bösartigen Tat bin, werde ich zu Gott, dem Barmherzigsten, für eine schnelle Genesung der Verletzten beten. Möge er die Opfer dieser Tragödie, freilich auch unsere globale Gemeinschaft, zu Frieden und Harmonie geleiten.

 

Über Fethullah Gülen
Fethullah Gülen ist ein türkischer Islamgelehrter, Autor und Dichter. Er wurde 1941 in Erzurum in der Ost-Türkei geboren. Mit seinen Lehren zu interreligiösem Dialog und friedlichem Miteinander und seinem Einsatz für Bildung als Schlüssel zu Entwicklung und Wohlstand bewegt er seit Jahren Menschen auf der ganzen Welt zu ehrenamtlichem Engagement. Er wird von Vielen als ein wichtiger muslimischer Gelehrter und interreligiöser Partner geschätzt, der sich für die Vereinbarkeit des Islam mit der Moderne und dessen Antworten auf Fragen unserer Zeit eingesetzt hat.

Über die Stiftung Dialog und Bildung
Die Stiftung Dialog und Bildung ist eine Stiftung von Menschen, die in Hizmet (der “Gülen-Bewegung”) aktiv sind. Das Engagement von Hizmet für interkulturellen Dialog und Bildung ist aus einzelnen Initiativen vor Ort entstanden und in vielfältiger Form gewachsen. Vor diesem Hintergrund gibt die Stiftung als Ansprechpartner für Engagierte, Partner und Interessierte sowie Medien und Politik Antworten auf Fragen in Bezug auf Hizmet.

Stellungnahme zum Anschlag in Berlin am 19.12.2016

Berlin, 20. Dezember 2016

Im Namen der Stiftung Dialog und Bildung, die Ansprechpartner für Hizmet in Deutschland ist, verurteilen wir den entsetzlichen Anschlag am Berliner Breitscheidplatz aufs Schärfste. Er hat uns bis ins tiefste Mark getroffen.

In dieser Zeit der tiefen Trauer stehen wir solidarisch mit allen Menschen gegen Gewalt, Hass und Terror.

Den Verletzten und Angehörigen wünschen wir Kraft und Geduld. Unsere Herzen sind bei den Familien und Angehörigen der Verstorbenen.

Stiftung Dialog und Bildung

Pressemitteilung gegen Repressalien: ,,Deutschland darf nicht länger schweigen!”

Berlin 02. November 2016

„Deutschland darf nicht länger schweigen!“

Deutsche Gülen-Bewegung fordert klare Worte gegen den anti-demokratischen Kurs der türkischen Regierung

Berlin. „Die deutsche Politik muss endlich klare Worte für Erdogan finden und die Instrumentalisierung von Deutsch-Türken verhindern“, fordert Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung, die Ansprechpartner von Hizmet (Gülen-Bewegung) in Deutschland ist.

Die Entwicklungen in der Türkei seien nicht nur für die dort lebenden Menschen besorgniserregend, sondern schaden auch hierzulande der Integration von Deutsch-Türken und Muslimen anderer Nationalitäten. Außerdem spiele die – auch in Deutschland aggressiv vorgetragene – Hetzkampagne gegen demokratische Kräfte in der Türkei auch rechtsextremen Kräften in Deutschland, etwa Pegida oder der AFD, in die Hände.

Nach dem Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei sind drei Monate vergangen. Verfolgungen, Verhaftungen und Suspendierungen laufen gnadenlos weiter. Bis zum heutigen Tag hat die türkische Regierung und Justiz keine Beweise über eine Beteiligung Hizmets erbracht. Der Rechtsstaat ist weitestgehend außer Kraft gesetzt: Zehntausende Menschen sitzen ohne rechtmäßige Anklage im Gefängnis, hunderttausende wurden ohne Grund von ihren Arbeitsplätzen suspendiert  – in der Regel nur aufgrund vager Verdächtigungen oder anonymer Denunziationen. Betroffen sind nicht nur Menschen, die sich aktiv in Einrichtungen der Hizmet-Bewegung (Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Medien oder Dialogvereinen) engagieren; auch ihre Familien, Freunde und Bekannte sind im Visier der öffentlichen Hetze. In Gefängnissen werden Menschen gefoltert. Die Berichterstattung aus der Türkei ist staatlich gesteuert, Pressefreiheit ist abgeschafft. Selbst Korrespondenten internationaler Medien sind nicht mehr in der Lage, unabhängig und frei zu berichten. Ein halbstündiges Interview mit Fethullah Gülen, das ein deutscher Redakteur vom ZDF heute-journal im September geführt hat und das hierzulande auf Deutsch und Türkisch im Internet zu sehen ist, ist in der Türkei gesperrt. Seit dem Putschversuch wurden alle Medien, die der Hizmet-Bewegung nahestehen geschlossen. Auch kurdische und kemalistische Medien sind inzwischen von Erdogans Hexenjagd betroffen.

Diese Hexenjagd hat auch in Deutschland schwerwiegende Folgen: Türkische Konsulate, die Botschaft und (zum Teil mehrsprachige) regierungsnahe Medien machen – völlig unabhängig vom Putschversuch – Hizmet auch in Deutschland zur Zielscheibe. Die türkische Regierung instrumentalisiert hiesige Lobby-Organisationen, etwa die Union Europäisch-Türkischer Demokraten UETD, aber auch die von der türkischen Regierung finanzierten Moscheeverbände DITIB und Milli Görüs für die Interessen Erdogans. Deutsch-türkische Familien werden unter Druck gesetzt, Geschäfte und Unternehmen boykottiert. Leidtragende ist die seit Jahrzehnten durch gelungene Integration entstandene deutsch-türkische Mittelschicht, aus denen die Hizmet-Bewegung sich zusammensetzt.

Etwa 100.000 Hizmet-Aktive in Deutschland, überwiegend deutsche Staatsbürger, sind aktuell durch die türkische Hexenjagd bedroht. Ercan Karakoyun fordert deswegen: „Die Bundesregierung muss die Demokratie verteidigen, auch gegen anti-demokratische Kräfte in und aus anderen Ländern. Das Schweigen Deutschlands zum aktuellen Kurs der Türkei ist nicht akzeptabel!“

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Erdogans Putsch

Spekulationen über einen zweiten Putschversuch: Stellungnahme von Fethullah Gülen

06.10.2016 | Stellungnahme | Putschversuch | Fethullah Gülen

 

Als jemand, der unter den Putschen in der Vergangenheit stets gelitten hat, glaube ich fest daran, dass aus einem Putsch heraus weder eine Demokratie entstehen noch eine bestehende Demokratie mit einem Putsch verteidigt werden kann. Bereits in der Vergangenheit habe ich immer wieder betont, dass es auf keinen Fall hinnehmbar ist, dass demokratisch legitimierte Personen durch antidemokratische Maßnahmen ihrer Ämter enthoben werden, selbst dann nicht, wenn erwiesen ist, dass sie die Grundprinzipien der allgemeingültigen Rechtsordnung mit Füßen treten und auch nicht wenn sie den Engagierten in der Hizmet-Bewegung und mir fatales Unrecht antun.

Ich verurteile nicht nur einen Putsch sondern auch den Versuch und auch nur den bloßen Gedanken an einen Putsch. Falls es innerhalb der Hizmet-Bewegung Menschen geben sollte, die in diese Richtung denken, reden oder agieren, stelle ich mich dem entgegen.

Obwohl ich immer wieder betone, dass ich in keinster Weise an dem verräterischen Putschversuch vom 15. Juli beteiligt war, wird über Personen, denen eine Nähe zu mir nachgesagt wird, der Versuch unternommen, mich als den Urheber des Putschversuches darzustellen – diese Verleumdung verurteile ich auf das Schärfste!

Falls die Personen, denen eine Nähe zu mir nachgesagt wird, tatsächlich an dem verräterischen Versuch beteiligt waren, dann haben sie sowohl mich, als auch die Bewegung, die als einziges Ziel den Frieden verfolgt, verraten und denjenigen gedient, die uns eine Verbindung zum Putsch und Terror unterstellen wollen.

Unmittelbar nach dem verräterisch geplanten Putschversuch und den unbegründeten Anschuldigungen in Bezug auf meine Person, habe ich mich für die Einberufung einer internationalen Kommission ausgesprochen, die die Ereignisse untersuchen und die Urheber dieser Initiative ausmachen sollte. Ich habe auch versprochen, dass ich dem Ergebnis einer solchen Untersuchung zustimmen und das Urteil akzeptieren werde. Dass, trotz meines Vorschlags, in dieser Hinsicht keine Initiative ergriffen wurde, eine Untersuchung nicht ermöglicht wurde, und das weiterhin Hizmet-Engagierte mit Vehemenz unbegründet und ohne Beweise beschuldigt werden, zeigt, dass an der Ermittlung der tatsächlichen Täter kein Interesse besteht. Die Tatsache, dass unter Folter eingeholte Aussagen als ausreichend angesehen werden und gesagt wird, dass “keine Untersuchungen erforderlich sind”, verschärft ausschließlich diesen Verdacht.

Wenn nun Regierungssprecher behaupten, dass sie von dem Putschversuch erst erfahren haben, als die Panzer auf den Straßen rollten, aber sie gleichzeitig innerhalb kürzester Zeit die Schuld der Hizmet-Bewegung zuweisen konnten, dann ist das ein offensichtlicher Hinweis ihrer wahren Absicht.
Seit Jahrzehnten tritt diese Bewegung für Frieden und Sicherheit ein. Schon früher versuchte man sie zu diskreditieren. Es ist offensichtlich, dass diese Bewegung nun anhand des verräterischen Putschversuchs mit Gewalt und Terror in Verbindung gebracht werden soll.

Jedoch haben die Hizmet-Anhänger trotz der Menschenrechtsverletzungen, Schikanen und Folter gegen sie nicht zur Gewalt gegriffen. Sie haben sich weiterhin auf juristischem Wege verteidigt und somit die Verleumdungen ins Leere laufen lassen.

Ich glaube, dass die Gerüchte über einen zweiten Putschversuch in den letzten Tagen absichtlich verbreitet werden. Ich bin besorgt darüber, dass der türkischen Bevölkerung, insbesondere den Anhängern der Hizmet-Bewegung, eine neue Falle gestellt werden soll. In diesem Zusammenhang entnehmen wir der Presse, dass Gefängnisinsassen damit gedroht wird, sie noch weiter zu isolieren und ja, sogar hinzurichten. Diese Drohungen sind furchterregend.

Einmal mehr verkünde ich der ganzen Welt, dass Anhänger der Hizmet-Bewegung sich von der Treue zur Demokratie und zur Rechtsstaatlichkeit nicht trennen werden, auch wenn sie schwerster Verfolgung, Unterdrückung, Diskriminierung und Folter ausgesetzt werden, sogar existenziell bedroht werden. Diese Menschen, die keiner Fliege etwas zuleide tun, wünschen sich lediglich, dass Frieden auf der ganzen Welt herrscht. Um diesen Gedanken zu realisieren, haben sie der Unwissenheit, der Armut und der gesellschaftlichen Spaltung, den Kampf erklärt. Trotz aller Hindernisse werden positives Denken und Handeln ihre Maxime sein.

Hiermit teile ich dies respektvoll der Öffentlichkeit mit!

M. Fethullah Gülen

Erdogans Putsch