13.07.2017 | Info-Broschüre ‚Erdogans Putsch‘ | Ein Land im Ausnahmezustand

 

Die Stiftung Dialog und Bildung hat ein Jahr nach den Putschereignissen in der Türkei eine Broschüre mit Informationen zu den dringlichsten Fragen zusammengetragen. In dieser Publikation sind Zahlen, Fakten und Meinungen zur Türkei und auch Deutschland zu finden.

Diese Broschüre möchte vehement darauf hinweisen, dass die Zustände in der Türkei extrem besorgniserregend sind. „Es ist fünf vor zwölf“: Die Sprache Erdogans und der AKP Regierung wird immer drastischer. Die Verfolgung und Unterdrückung, die Sippenhaft und die Hasssprache erinnern an sehr dunkle Zeiten in der Geschichte.

Ein Jahr nach dem kontrollierten Putsch vom 15./16. Juli 2016 sind immer noch viele Fragen offen. Vor allem die Frage, wer für den Putsch verantwortlich ist, kann bisher nicht beantwortet werden. Erdogan konnte noch niemanden von seiner Perspektive überzeugen.

Vermutlich ist es ein kontrollierter Putsch, der einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in „Erdogans Türkei“ darstellt. Historiker wie Michael Wolffsohn ziehen den Vergleich zur Machtergreifung der Nazis:

„Erdogan folgt dem klassischen Muster der Machtergreifung“ (ZDF, Maybrit Illner 21.07.2016)

Auf zwei wichtige Fragen werden noch immer überzeugende Antworten gesucht:

– Wer hat den Befehl für den erfolglosen Putsch erteilt?

– Hätte Erdogan den Putsch verhindern können?

Arhan Kardas zur Info-Broschüre

Forderungskatalog der Stiftung Dialog und Bildung an die deutsche Bundesregierung

Als Stiftung Dialog und Bildung fordern wir:

– ein Verbot der diskriminierenden Verfolgung von Angehörigen der Hizmet-Bewegung in der Türkei und in Deutschland,

– den Schutz aller verfolgten Menschen in der Türkei, ob mit oder ohne Verbindung zur Hizmet-Bewegung,

– eine internationale, unabhängige Kommission, die die Ereignisse vor, während und nach dem 15.07.16 in der Türkei untersucht,

– eine öffentliche Zurückweisung der Kollektivschuldzuweisungen seitens der AKP-Regierung, der Oppositionsparteien und türkischer Medien

– die Anwendung von Rechtsstaatlichkeit und der menschenrechtlich verbrieften ,Unschuldsvermutung’ (Artikel 14 Abs.2 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen) auch in Deutschland und

– intensive diplomatische Aktivitäten Deutschlands gemeinsam mit allen anderen EU-Staaten, um die menschenverachtenden Zustände in der Türkei sofort zu beenden.