Beim Deutschen Dialogpreis 2025 würdigte der Bund Deutscher Dialoginstitutionen vier Persönlichkeiten und Projekte, die mit Mut, Verantwortung und gelebter Vielfalt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Alt-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse wurde für sein Lebenswerk geehrt.
Mut, Verantwortung, Vielfalt: Deutscher Dialogpreis würdigt Brückenbauer des Jahres
Berlin. Im Rahmen eines Festaktes im Steigenberger Hotel am Kanzleramt hat der Bund Deutscher Dialoginstitutionen (BDDI) am 20. November den Deutschen Dialogpreis 2025 verliehen. Rund 250 Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil, die unter dem Leitmotiv „Vielfalt leben – Verantwortung teilen“ stand. Der Journalist Meinhard Schmidt-Degenhard hat den Abend moderiert.
Der 2013 etablierte Dialogpreis zählt zu den bundesweit wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Verständigung und gesellschaftlicher Teilhabe. Der BDDI würdigt damit Persönlichkeiten und Initiativen, die Brücken bauen und damit zu einem stabilen gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.
„Dialog ist eine Haltung“ – Appell des BDDI-Vorsitzenden
Der Vorsitzende des BDDI, Kadir Boyacı, machte deutlich, wie notwendig Dialogarbeit in einer von Polarisierung geprägten Zeit bleibt. Er betonte:
„In einer Zeit, in der Lärm oft lauter ist als Zuhören und Urteile schneller fallen als Verständnis wächst, ist es umso wertvoller, Momente zu schaffen, in denen wir einander wirklich begegnen.
Demgegenüber trage der Verband seit 2013 eine klare Idee in die Öffentlichkeit: Dialog sei kein Schlagwort, sondern eine Haltung. Diese Haltung spiegelten auch die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger wider – Menschen, die dort wirken, wo Verständigung wächst.
Unter den bisherigen Trägern des Deutschen Dialogpreises befinden sich zahlreiche Persönlichkeiten und Initiativen des öffentlichen Lebens. Ausgezeichnet wurden unter anderem die Bildungsstätte Anne Frank, Prof. Dr. Barbara John, Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi, Steffi Jones, HÁWAR.help, Rebecca Harms, meet2respect und Dr. Margot Käßmann.
Vier Kategorien – vier starke Zeichen
Der Deutsche Dialogpreis 2025 wurde in den Kategorien Soziales Engagement, Interkultureller Dialog sowie Wissenschaft und Bildung vergeben. In der ersten Kategorie erhielt Rashid Hamid die Auszeichnung. Er ist der Initiator von pflege.smile. Dabei handelt es sich um einen ambulanten Pflegedienst, der in besonderer Weise Wert auf angemessene Arbeitsbedingungen und Wertschätzung von Pflegekräften legt.
Den Preis für den Interkulturellen Dialog erhielten Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann. Ihr Projekt Trialoge besucht unter anderem Schulen. Einer der Schwerpunkte ist dabei die Bemühung um eine neue, von Empathie und Multiperspektivität getragene Gesprächskultur – vor allem mit Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt.
Friedenspädagogik und interreligiöse Verständigung sind auch zentrale Anliegen der European Wasatiya Graduate School. Dafür erhielten deren Initiatoren Dr. Zeina Barakat und Prof. Dr. Ralf Wüstenberg den Deutschen Dialogpreis für Wissenschaft & Bildung.
Ein vierter Preis ging an den früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. Ihn zeichnete der BDDI für sein langjähriges Wirken für Demokratie, Dialog und politische Verantwortung aus.
Prominente Laudatoren würdigen die Preisträger
Neben dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil haben der Unternehmer Christian Fuchs, die Autorin Sasha Marianna Salzmann sowie Bischöfin Nora Steen als Laudatoren eingefunden. Sie würdigten das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger und betonten die Unverzichtbarkeit dialogorientierter Arbeit für die Stabilität der demokratischen Kultur.
Am Ende der Preisverleihung 2025 gingen die Gäste mit dem Eindruck nach Hause, dass die Dialogarbeit in Deutschland lebendig, vielfältig und tragfähig ist. Die Begegnungen des Abends machten auch sichtbar, wie bedeutsam der Beitrag die ausgezeichneten Projekte zu einem respektvollen Miteinander ist.
Preisträger und Alt-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse formulierte es einst in klaren Worten:
„Demokratie lebt davon, dass wir einander aushalten – und uns trotzdem verbunden fühlen. Dialog ist dafür keine Kür, sondern Pflicht.“
Dialogbereitschaft und Verantwortungsübernahme sind und bleiben tragende Säulen eines friedlichen Zusammenlebens. Dieser Abend setzte ein klares Zeichen dafür.
Der Text umfasst 4385 Zeichen (inkl. Leerzeichen).
Pressekontakt:
Bund Deutscher Dialoginstitutionen (BDDI)
E-Mail: presse [at] bddi.org