15. April 2026
Mit tiefer Betroffenheit nehmen wir Abschied von Professor Dr. Michael Langer, der in der vergangenen Woche verstorben ist. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen geschätzten Wegbegleiter, sondern eine der prägendsten Stimmen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs im deutschsprachigen Raum.
Sein Vermächtnis des Verstehens
Michael Langer hat es wie kaum ein anderer verstanden, Räume der Begegnung zwischen verschiedenen Traditionen zu schaffen und das Verbindende sichtbar zu machen. Sein Wirken war stets von einer tiefen intellektuellen Redlichkeit und einer empathischen Offenheit geprägt. Er suchte aufrichtig das Gemeinsame, ohne dabei die notwendige Tiefe und Differenziertheit des Diskurses zu scheuen.
Ein Meilenstein des Dialogs
Ein herausragendes Zeugnis dieser dialogischen Grundhaltung war seine intensive theologische Auseinandersetzung mit der Hizmet-Bewegung und ihrem Mentor Fethullah Gülen. Sein Werk „Gülen im Gespräch: Woran ich glaube, wofür ich lebe“ steht exemplarisch für Langers Fähigkeit zum ehrlichen Zuhören. Er zeigte darin eindrucksvoll, wie sich komplexe theologische Fragen auf einem Fundament aus gegenseitigem Respekt und fundiertem Wissen in echte Verständigung verwandeln lassen.
Ein bleibender Verlust
Wir werden Michael Langer als einen Menschen in Erinnerung behalten, dessen intellektuelle Tiefe stets von Bescheidenheit und dessen Kritik stets von Wohlwollen begleitet war. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Doch sein Geist, seine unermüdliche Suche nach Wahrheit und seine Dialogbereitschaft werden eine bleibende Inspiration für das Wirken unserer Stiftung sein.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihn als Lehrer, Begleiter und Freund schätzen durften.
In stillem Gedenken,
Stiftung Dialog und Bildung