Gülen in Le Monde: Islam und Demokratie sind vereinbar

Aktuelles / Berichte / Broschüren / Presseschau / Publikationen / SDuB Beiträge15. Mai 2019

„Die türkische Demokratie hat versagt, weil sie islamische Werte verraten hat.“

 

In einem Gastbeitrag für die franzözische Le Monde betont der muslimische Gelehrte Fethullah Gülen, dass Islam und Demokratie vereinbar sind. Musliminnen und Muslime sieht er in der Pflicht sich für universelle Menschenrechte und Freiheiten einzusetzen.

Freiheit ist ein gottgegebens Recht

Sich gegen Unterdrückung zu äußern, ist ein demokratisches Recht, eine Bürgerpflicht und für Gläubige eine religiöse Pflicht. Der Koran sagt, dass Menschen gegen Ungerechtigkeit nicht schweigen sollten: „Oh ihr, die ihr glaubt. Seid Verteidiger und vorbildliche Verfechter der Gerechtigkeit, und bezeugt die Wahrheit Gott zuliebe, auch wenn es gegen euch selbst oder eure Eltern oder nahen Verwandten sein sollte.“ (4:135)
Den Islam auf eine politische Ideologie zu reduzieren, ist das größte Verbrechen gegen sein Ethos.

Obgleich der Islam angeblich als Wertebasis dient, stellt das Erdogan-Regime einen völligen Verrat an islamischen Grundwerten dar. Bei diesen Grundwerten geht es nämlich nicht um die Art und Weise, wie man sich kleidet, und auch nicht um den Gebrauch religiöser Phrasen. Stattdessen umfassen sie die Achtung der Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz, die Rechenschaftspflicht der Machthaber sowie die Wahrung der unveräußerlichen Rechte und Freiheiten jeder Bürgerin und jedes Bürgers. Der aktuelle Rückschlag der demokratischen Entwicklung in der Türkei beruht nicht auf der Einhaltung dieser islamischen Werte, sondern vielmehr auf ihrem Verrat.