Meinungs- und Religionsfreiheit

Hizmet (“die Gülen-Bewegung”) verbindet Menschen, die sich auf der Grundlage gemeinsamer Werte für unsere Gesellschaft engagieren. Diese Werte haben ihren Ursprung vielfach in der sunnitischen Lehre des Islams und den Ideen des Predigers Fethullah Gülen. Die ersten Gruppierungen von Menschen, die sich in Hizmet engagieren, entstanden in der Türkei. In den Vereinen und Projekten Hizmets engagieren sich aber auch viele Menschen aus anderen Religionen – in Deutschland etwa Christen und Juden. Für uns als Stiftung ist die Vielfalt weltanschaulicher und religiöser Ansichten in der Hizmet-Bewegung  und der Gesellschaft insgesamt eine Bereicherung. Vor diesem Hintergrund suchen wir ganz gezielt die anregende Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Partnern.

Durch diese Kooperation fördern wir den interkulturellen und interreligiösen Dialog zwischen Menschen verschiedenster Hintergründe. Wir setzen damit ein Zeichen für Offenheit und gegenseitigen Respekt. Denn Meinungs- und Religionsfreiheit sind Wahrzeichen der Demokratie. Sie sind Ausdruck der Stärke und Vielfalt einer Gesellschaft. Die Stiftung Dialog und Bildung setzt sich so aktiv für einen interkulturellen und interreligiösen Dialog ein. Ein Dialog, der auf Demokratie, Meinungs- und Religionsfreiheit basiert und in unserem Grundgesetz sowie den allgemeinen Menschrechten verwurzelt ist.

Demokratie und Teilhabe

Demokratie ist die Voraussetzung politischer und gesellschaftlicher Teilhabe eines jeden Menschen. Die Stiftung Dialog und Bildung setzt sich engagiert für eine solche demokratische Teilhabe der Menschen in der Gesellschaft ein. Demzufolge liegen den Aktivitäten der Hizmet-Bewegung  demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Toleranz, Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung zugrunde. Hizmet und das damit verbundene Engagement verkörpert gegenseitiges Verständnis, Respekt und Toleranz sowie ein friedliches Miteinander.

Dies entspricht auch den Ideen des Predigers Fethullah Gülen, der viele in Hizmet aktiven Menschen zu ihrem Engagement inspiriert. Für Gülen ist der Islam zweifellos mit der Demokratie vereinbar. Er spricht sich eindeutig für einen demokratischen politischen Rahmen aus, der Kreativität und Stabilität einer Gesellschaft fördert. Damit reiht sich Gülen in die Riege demokratischer Denker ein, für die es kein zurück von der Demokratie gibt, da sie die Würde des Menschen achtet und Gerechtigkeit, Dialog sowie ein friedliches und respektvolles gesellschaftliches Miteinander sicherstellt.

Chancengerechtigkeit

Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sein Potenzial voll auszuschöpfen und sich in die Gesellschaft einzubringen. Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit sind unverzichtbar für gesellschaftliche Teilhabe. Das Hizmet-Netzwerk und die mit ihm verbundene Stiftung Dialog und Bildung setzen sich im Besonderen für die Förderung von Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit ein. Dies zeigt sich etwa in den zahlreichen Anstrengungen des Hizmet-Netzwerks im Bildungsbereich. Denn Bildung ist der Schlüssel für Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit.

Nur durch fairen Zugang zu Bildungsinitiativen kann das Leben eines jeden Einzelnen verbessert und Chancengerechtigkeit verwirklicht werden. Durch Bildung werden Menschen ermutigt, sich  gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Aus diesem guten Grund fördert Hizmet durch Bildungsangebote die Zukunftsfähigkeit der nächsten Generation. So entsteht das Fundament für ein gleichberechtigtes Miteinander.

Toleranz

Kultureller Pluralismus ist eine Bereicherung für die Gesellschaft. Toleranz und Offenheit sind die Voraussetzungen für das Funktionieren einer solchen pluralistischen Gesellschaft und für gegenseitiges Verständnis. Hizmet-orientierte Aktivitäten im Bereich Bildung und Dialog befähigen Menschen dazu, Toleranz aktiv zu leben. Diese Menschen wiederum sind Vorbild für die nachfolgenden Generationen. Auf diese Weise kann ein friedliches Zusammenleben gelingen.

Den Werten Hizmets liegt die Auffassung zugrunde, dass jeder Mensch durch individuellen Respekt vor dem Anderen Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander trägt. Fethullah Gülen hat sich daher auch immer für Minderheitenrechte stark gemacht. So hat er sich beispielsweise für kurdischsprachigen Unterricht in der Türkei eingesetzt sowie das sunnitisch-alevitische Gebetshaus Cami-Cemevi-Projekt in Ankara angestoßen. Seit mehr als 15 Jahren spricht er sich für die Rechte der religiösen Minderheiten in der Türkei aus. Die Stiftung Dialog und Bildung folgt dieser Haltung und möchte durch Aktivitäten im Bereich interkulturellen und interreligiösen Dialogs Zeichen für Toleranz und gegenseitige Verständigung setzen.

Gleichstellung von Mann und Frau

Bei Hizmet engagieren sich Männer und Frauen gleichermaßen. Sie sind einander gleichgestellt und gleichberechtigt. Gülen spricht der Frau eine aktive Rolle in der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens zu. Die Unterdrückung der Frau, insbesondere Gewalt gegen Frauen, ist im Wertegerüst Fethullah Gülens grundsätzlich nicht akzeptabel – egal ob innerhalb oder außerhalb des Islams.

Gülen ermutigt Frauen explizit, aktiv am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken und beruflich erfolgreich zu sein. Und so ist es auch uns in unserer Stiftungsarbeit besonders wichtig, die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu stärken.

Frieden und Gewaltfreiheit

Fethullah Gülen schließt staatliche Gewalt für Religionszwecke klar aus und lehnt sie ab. Er betont, dass Religion mit den universellen Werten und Menschenrechten vereinbar gelebt werden muss. So hat er beispielsweise als erster muslimischer Gelehrter öffentlich die Anschläge des 11. September 2001 verurteilt: „Die verabscheuungswürdigen Anschläge sind als eine Sabotage am Weltfrieden zu betrachten. […] Terror kann nicht islamisch motiviert sein. […] Ein Terrorist kann kein Muslim sein, und ein Muslim (kann) kein Terrorist (sein).“

Im Zuge seiner Bemühungen um Frieden und Toleranz bekam Gülen 2013 den Manhae-Friedenspreis verliehen. Damit wurden seine Bemühungen im Bereich Bildung, interreligiöser Dialog und seine Ermutigung zur pluralistisch-demokratischen Gesellschaftsordnung ausgezeichnet. In der Vergangenheit zählten auch Nelson Mandela und der Dalai Lama zu den Empfängern des Preises, der zu Ehren des buddhistischen Reformers Manhae verliehen wird.

Beide Auszeichnungen veranschaulichen Fethullah Gülens Einsatz für Toleranz und Frieden. An dieses Engagement knüpfen das Hizmet-Netzwerk und die mit ihm verbundene Stiftung für Dialog und Bildung an. Die Gestaltung eines friedlichen Miteinanders ist eines unserer Hauptanliegen.